Hintergrund: Die Behandlung der Peritonealkarzinose ist eine interdisziplinäre medizinische Herausforderung. Betreffend der medikamentösen Therapie fehlt bislang eine Standardisierung. Methode: Relevante Artikel zum Thema Peritonealkarzinose aus den Datenbanken der U.S. National Library of Medicine (PubMed) sowie der Kongressregister der American Society of Clinical Oncology und der European Society of Medical Oncology wurden durchsucht. Die Bedeutung der Berichte für die klinische Praxis wurde zwischen den Autoren diskutiert und interdisziplinär abgestimmt. Es wurden praxisnahe Folgerungen und Empfehlungen abgeleitet. Ergebnisse: PubMed weist eine ansteigende Zahl an Publikationen zum Thema Peritonealkarzinose auf. In 2012 wurden 563 Arbeiten unter dem Stichwort abgelegt. Die medikamentöse Therapie der Peritonealkarzinose ist ein Teil der multimodalen Behandlung, zu der die lokalen chirurgischen und physikalischen Therapiemaßnahmen zählen. Die Auswahl der Chemotherapeutika richtet sich nach der entsprechenden malignen Grunderkrankung. Aktuelle zielgerichtete Ansätze wie die anti-angiogene Therapie und die gegen das epitheliale Zelladhäsionsmolekül (EpCAM) gerichtete Immuntherapie ergänzen neuerdings das Behandlungsspektrum bei Peritonealkarzinose und malignem Aszites. Schlussfolgerungen: Die medikamentöse Behandlung der Peritonealkarzinose bleibt eine medizinische Herausforderung. Die zunehmende Zahl an Publikationen und Studien auf dem Gebiet lässt aber mittlerweile mehr evidenzbasierte Entscheidungen zu. Die interdisziplinäre Abstimmung eines individuellen Behandlungskonzepts bleibt bis auf Weiteres der Goldstandard auch für die medikamentöse Therapie der Peritonealkarzinose.

Peritoneal carcinomatosis

Chemotherapy

Angiogenesis

Catumaxomab

Medical Treatment of Peritoneal Carcinomatosis

Background: Treatment of peritoneal carcinomatosis is a medical challenge. No clear standards exist regarding the medical treatment and the choice of drugs. Method: Relevant publications regarding the aspect of peritoneal carcinomatosis were searched for in the databases of the U.S. National Library of Medicine (PubMed) as well as in the congress databases of the American Society of Clinical Oncology and the European Society of Medical Oncology. The impact of publications on clinical practice was discussed among the authors. Practice-oriented conclusions were drawn and recommendations were delineated. Results: PubMed identified an increasing number of publications. In 2012, 563 publications were listed under the search term ‘peritoneal carcinomatosis' The medical treatment of peritoneal carcinomatosis is part of the multimodal treatment of peritoneal carcinomatosis and thereby supplements local surgical and physical treatment modalities. The choice of chemotherapy regimens depends on the underlying malignant disease. Current targeted therapies such as anti-angiogenic drugs or immunotherapy against epithelial cell adhesion molecule (EpCAM) expand the treatment options for peritoneal carcinomatosis and malignant ascites. Conclusion: The medical treatment of peritoneal carcinomatosis remains a challenge. However, the increasing number of publications and studies in this field allows for more evidence-based recommendations. The interdisciplinary coordination of an individual treatment concept for every patient remains the gold standard regarding the treatment of peritoneal carcinomatosis.

Das Auftreten einer Peritonealkarzinose zeigt in aller Regel eine gravierende Verschlechterung der Prognose einer Tumorerkrankung an. Im Falle einer lokalisierten Krebserkrankung bedeutet die Peritonealkarzinose meistens das Ende von kurativen Therapieoptionen. Bei Vorliegen einer bereits metastasierten Erkrankung ist die Peritonealkarzinose als ungünstiger Prognosefaktor beschrieben und verursacht häufig schwerwiegende Symptome wie abdominelle Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsverlust. Sie führt zu Komplikationen wie postrenalem Nierenversagen bei Ureterkompression oder Ileus infolge von intestinaler Obstruktion.

Die Peritonealkarzinose ist in der medizinischen Onkologie eine der großen und nicht zufriedenstellend gelösten therapeutischen Herausforderungen. Patienten mit Peritonealkarzinose benötigen oftmals eine vielfältige palliativmedizinische Unterstützung. Die medikamentöse Therapie der Peritonealkarzinose spielt eine wesentliche Rolle sowohl im interdisziplinären chirurgischen Therapieansatz mit dem Ziel der langfristigen Tumorkontrolle als auch bei fortgeschrittener Erkrankung zur Verbesserung der Symptomkontrolle und Verlängerung der Überlebenszeit.

Es bestehen gewisse Unschärfen in der Festlegung, wann eine medikamentöse Therapie als alleinige palliative Maßnahme eingesetzt wird und wann sie in neoadjuvanter oder adjuvanter Indikation im Kontext mit einer Peritonektomie und mit physikalischen intraperitonealen Maßnahmen zur Anwendung kommt. Diese Abgrenzungsprobleme resultieren aus der oftmals unsicheren Prognoseeinschätzung von Patienten mit Peritonealkarzinose, aber vor allem aus dem Mangel an prospektiven Studiendaten.

Mehrere Staging-Systeme beschreiben die topographische Ausdehnung der Peritonealkarzinose und erfassen gleichzeitig die Prognose. Die Prognose korreliert mit der intraperitonealen Tumormasse und -ausdehnung. Das vierstufige «Lyon Staging-System» der Peritonealkarzinose nach Gilly [1] erwies sich in der EVOCAPE-1-Studie bei Patienten mit Peritonealkarzinose nichtgynäkologischen Ursprungs als wesentlicher Prognosefaktor [2]. Besonders häufig wird der Peritonealkarzinose-Index (Peritoneal Carcinomatosis Index; PCI-Score) nach Sugarbaker verwendet [3], der ebenfalls prognostisch aussagekräftig ist (Tab. 1, 2, 3). Er fasst die Tumorverteilung und -größe einerseits durch eine detaillierte Lokalisationsbeschreibung und andererseits durch eine Definition der Tumorgröße zusammen. Der PCI-Score hat die größte Verbreitung bei der Klassifikation der Peritonealkarzinose bei Appendix- und Kolonkarzinomen, Sarkomen sowie Mesotheliomen gefunden. Zur Lokalisationsbeschreibung warden 13 Gebiete im Abdomen und Becken definiert. Neun Regionen ergeben sich aus einem Raster, der durch die Kreuzungslinien zweier sagittaler und zweier horizontaler Linien, die auf das Abdomen projiziert werden, bestimmt ist (Abb. 1). Dabei ergeben sich die beiden Querlinien einerseits aus einer Geraden, die durch die beiden untersten Rippenbogen gelegt wird, andererseits aus der Verbindungslinie beider Spina iliacae anteriores superiores. Die sagittalen Linien entsprechen beidseits jeweils den Medioklavikularlinien. Durch diesen Raster warden neun ähnlich große Gebiete exakt definiert. Die zentrale Region erhält die Nummer 0, während die anderen Gebiete im Uhrzeigersinn, beginnend im oberen rechten Sektor, durchnummeriert werden. Der Dünndarm wird in vier weitere Regionen unterteilt. Die Tumorgröße in jedem der angegebenen Gebiete wird bei unterschiedlichen Bezeichnungen für die gleichen pathologischen Befunde durch den «Lesion Size»-Score erfasst und nach kompletter Adhäsiolyse bestimmt (Abb. 1). Der PCI berechnet sich aus der Summe der in den jeweiligen Regionen vorhandenen Tumorknotengrößen mit einer Summe zwischen 0 und 39. Ein PCI > 20 gilt heute als Kontraindikation gegen die Durchführung einer Peritonektomie.

Table 1

PCI nach Sugarbaker [3] gemäß dem Raster, der durch die Kreuzungslinien zweier sagittaler und zweier horizontaler Linien, die auf das Abdomen projiziert werden, entsteht und somit neun Regionen ergibt (siehe auch Abb. 1)

PCI nach Sugarbaker [3] gemäß dem Raster, der durch die Kreuzungslinien zweier sagittaler und zweier horizontaler Linien, die auf das Abdomen projiziert werden, entsteht und somit neun Regionen ergibt (siehe auch Abb. 1)
PCI nach Sugarbaker [3] gemäß dem Raster, der durch die Kreuzungslinien zweier sagittaler und zweier horizontaler Linien, die auf das Abdomen projiziert werden, entsteht und somit neun Regionen ergibt (siehe auch Abb. 1)
Table 2

PCI-Unterteilung des Dünndarms in vier weitere Regionen (nach Sugarbaker [3])

PCI-Unterteilung des Dünndarms in vier weitere Regionen (nach Sugarbaker [3])
PCI-Unterteilung des Dünndarms in vier weitere Regionen (nach Sugarbaker [3])
Table 3

Definition der Tumorgröße gemäß des PCI nach Sugarbaker [3]

Definition der Tumorgröße gemäß des PCI nach Sugarbaker [3]
Definition der Tumorgröße gemäß des PCI nach Sugarbaker [3]
Fig. 1

Einteilung des Abdomens an-hand des PCI-Score nach Sugarbaker [3].

Fig. 1

Einteilung des Abdomens an-hand des PCI-Score nach Sugarbaker [3].

Close modal

Für die Klassifikation und Prognosebeurteilung gynäkologischer Karzinome hat sich vor allem die Einteilung nach der International Federation of Gynecology and Obstetrics (FIGO) bewährt [4].

Generell lässt sich sagen, dass über alle Peritonealkarzinose-Stadien hinweg multimodale Therapieansätze überlegenswert sind. Die Evidenzstärke ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, schlecht. Der Stellenwert der medikamentösen Therapie ist umso stärker, je weiter fortgeschritten die Peritonealkarzinose sich darstellt. Bewährt hat sich die kombinierte chirurgische und medikamentöse Vorgehensweise vor allem zur Behandlung des Ovarialkarzinoms [5] und des peritoneal metastasierten Kolonkarzinoms [6]. Beim Ovarialkarzinom ist die adjuvante systemische Behandlung nach optimalem Debulking Standard. Der Stellenwert für die intraperitoneale Chemotherapie ist ebenfalls belegt [7]; das Verfahren hat sich entgegen der Evidenz in deutschen Frauenkliniken jedoch bislang nicht durchgesetzt. Beim chirurgisch behandelten peritoneal metastasierten Kolonkarzinom erwies sich die adjuvante systemische Chemotherapie in der multivariaten Auswertung größerer Fallserien als günstiger Prognosefaktor [8]. Beim Magenkarzinom ist die chirurgische Therapie der Peritonealkarzinose weit weniger etabliert, wenngleich einige Studienberichte Anlass zur Hoffnung geben [9,10]. Ob diese Hoffnung berechtigt ist, lässt sich derzeit nicht abschließend bewerten [11]. Beim Pankreaskarzinom hingegen gibt es derzeit keine Hinweise, dass eine Peritonektomie die Prognose verbessern könnte. Diese Situation ist eine alleinige Domäne der Systemtherapie und der ergänzenden palliativen Maßnahmen. Umgekehrt gibt es beim Pseudomyxoma peritonei einen unstrittigen Stellenwert für die chirurgische Therapie; die systemische Chemotherapie hat dort bislang keine nachgewiesene Effizienz bzw. erwies sich sogar als unabhängiger negativer Prognosefaktor [12].

Das Auftreten von malignem Aszites bei epithelialen Tumoren ist ein sehr schlechtes Prognosemerkmal. Am häufigsten tritt maligner Aszites bei Patienten mit gastrointestinalen Tumoren und bei Ovarialkarzinomen auf, gefolgt vom fortgeschrittenen Mammakarzinom. Die mediane Überlebensdauer bei Patienten mit gastrointestinalen Tumoren und malignem Aszites wurde mit 3 Monaten angegeben, bei Mammakarzinom mit 7 Monaten. Lediglich Patientinnen mit Aszites bei fortgeschrittenem Ovarialkarzinom haben häufiger ein längeres Überleben [13]. Bei malignem Aszites bestehen in der Regel keine chirurgischen Behandlungsoptionen. Die Erkrankungs- und Symptomkontrolle ist hier eine Domäne der systemischen medikamentösen Chemotherapie oder der intraperitonealen Immuntherapie.

Das Peritoneum wird anatomisch von Blutgefäßen kapillarisiert. Dies gilt besonders dann, wenn Tumorauflagerungen über die Freisetzung pro-angiogener Transmitterstoffe die Gefäßproliferation aktivieren [14,15]. Somit kann eine systemisch applizierte Chemotherapie eine peritoneale Karzinomatose erreichen und dort wirksam werden. Auch wenn die Peritonealkarzinose ein ungünstiger Prognosefaktor ist, entspricht es der klinischen Erfahrung, dass die systemische Chemotherapie die Ausbreitung einer Peritonealkarzinose zurückdrängen oder die Progression der Erkrankung verzögern kann. Die Beobachtung der Behandlungseffekte ist bei einer Peritonealkarzinose besonders schwierig, da peritoneale Tumorauflagerungen radiologisch oft nicht abgebildet werden können und somit Größenänderungen im Verlauf häufig nicht messbar sind. Mehr als bei anderen metastatischen Lokalisationen ist man daher auf klinische Angaben wie Änderungen des Allgemeinbefindens, des Schmerzmittelbedarfs sowie der Stuhlpassage oder auf den Gewichtsverlauf angewiesen. Hilfreich kann in vielen Fällen auch die Messung von Tumormarkern sein. CA 125 ist sensitiv, um den Erkrankungsverlauf beim Ovarialkarzinom zu beschreiben [16,17]. Bei anderen Tumorerkrankungen mit peritonealer Ausbreitung bieten sich ergänzend auch weitere spezifische Marker an, wie unter anderem CA 15-3 beim Mammakarzinom, CEA und CA 19-9 beim Kolon- oder Pankreaskarzinom und CA 72-4 beim Magenkarzinom.

Die Auswahl der Medikamente und Schemata richtet sich nach der Grunderkrankung und nach dem Zulassungsstatus der jeweiligen Substanzen. Tabelle 4 gibt eine Übersicht über empfehlenswerte Behandlungsschemata sowie über realistisch erreichbare mediane Überlebenszeiten gemäß der Literatur. Bei dieser Angabe sollte nie vergessen werden, dass der angegebene Median natürlich keine individuelle Prognoseabschätzung erlaubt, sondern ein Richtwert aus Gruppen im Rahmen von Studien zu beobachteten Patienten ist. Im individuellen Fall kann die Überlebenszeit leider erheblich kürzer sein, kann aber mit gleicher Wahrscheinlichkeit den Median auch übertreffen. In einer jüngst publizierten gepoolten Analyse von Studien zum metastasierten Kolonkarzinom erwies sich die Peritonealkarzinose bei metastasiertem Kolonkarzinom als signifikant ungünstiger Prognosefaktor. Eine systemische Behandlung auf der Basis von Oxaliplatin plus 5-Fluorouracil (5-FU)/Folinsäure erwies sich als signifikant besser wirksam als Irinotecan plus 5-FU/Folinsäure [23].

Table 4

Empfehlenswerte Erstlinien-Systemtherapie bei Peritonealkarzinose (vereinfachte Auswahl) und realistisch erreichbare mediane Überlebenszeiten mit Chemotherapie gemäß der Literatur

Empfehlenswerte Erstlinien-Systemtherapie bei Peritonealkarzinose (vereinfachte Auswahl) und realistisch erreichbare mediane Überlebenszeiten mit Chemotherapie gemäß der Literatur
Empfehlenswerte Erstlinien-Systemtherapie bei Peritonealkarzinose (vereinfachte Auswahl) und realistisch erreichbare mediane Überlebenszeiten mit Chemotherapie gemäß der Literatur

Die Entstehung und Ausbreitung einer Peritonealkarzinose wird durch die Ausschuttung pro-angiogener Transmitter aus Tumorzellen, unter anderem den vaskularen endothelialen Wachstumsfaktoren (vascular endothelial growth factors, VEGF), gefördert [14,15]. Anti-angiogen wirksame Medikamente zur Behandlung von Peritonealkarzinose werden deshalb klinisch untersucht [33]. Erste Studien zu Bevacizumab, einem gegen VEGF-A gerichteten monoklonalen Antikörper, bei stark vorbehandelten Patientinnen mit Ovarialkarzinom zeigten eine antitumorale Aktivität. Es wurde gleichzeitig aber auch über häufige intestinale Perforationen berichtet [34]. Spätere Phase-III-Studien bei nicht vorbehandelten Patientinnen bestätigten die Effizienz von Bevacizumab ohne die Häufung intestinaler Perforationen im Vergleich zur Bevacizumab-Therapie bei anderen Tumorentitäten. Die systemische Behandlung des regelhaft mit peritonealer Ausbreitung assoziierten Ovarialkarzinoms mittels Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie wurde mittlerweile zum Standard erklärt [19,35]. Auch andere Tumorerkrankungen, insbesondere das Kolonkarzinom, Mammakarzinom und Magenkarzinom, die gehäuft mit peritonealer Ausbreitung assoziiert sind, können wirksam mit anti-angiogenen Substanzen wie Bevacizumab, Aflibercept und Ramucirumab behandelt werden [20,26,27,36,37].

Auch in der Behandlung des malignen Aszites werden anti-angiogene Substanzen als wirksam eingeschätzt. Erst kürzlich wurden Ergebnisse einer randomisierten Phase-II-Studie bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom publiziert, bei der sich intravenös verabreichtes Aflibercept als aktives Medikament zur Behandlung von malignem Aszites erwiesen hatte [38]. Aflibercept ist ein Fusionsprotein bestehend aus Anteilen von VEGF-Rezeptoren, das die pro-angiogenen Faktoren VEGF-A, VEGF-B und plazentarer Wachstumsfaktor (placental growth factor, PlGF) bindet. Auch mit der intraperitonealen Gabe von Bevacizumab zur Behandlung von malignem Aszites wurden erste kasuistisch positive Erfahrungen gesammelt [39,40]. Die Studie AIO-SUP-0108 der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft untersucht jetzt prospektiv die intraperitoneale Gabe von Bevacizumab zur Behandlung von malignem Aszites (www.aio-portal.de/index.php/studien-255.html).

Zur Behandlung von Patienten mit malignem Aszites wurde ein immuntherapeutischer Ansatz entwickelt, der zur klinischen Zulassung des trifunktionalen Antikörpers Catumaxomab im Jahr 2009 führte [41]. Catumaxomab wurde wegen seiner Wirksamkeit bei malignem Aszites mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis 2010 ausgezeichnet und kann bei Patienten mit fortgeschrittener Peritonealkarzinose und therapierefraktärem Aszites eingesetzt werden.

Die intraperitoneale Catumaxomab-Therapie wirkt zielgerichtet gegen peritoneal disseminierte Tumorzellen (Abb. 2). Catumaxomab besitzt in den variablen Anteilen des Antikörpers Bindungsstellen gegen das T-Lymphozyten-Membran-Protein CD3 und gegen das epitheliale Zelladhäsionsmolekül (epithelial cell adhesion molecule, EpCAM), das in über 90% aller epithelialen Karzinome exprimiert wird. Über seinen intakten Fc-Teil können außerdem Fcγ-Rezeptor-Typ-I- und -III-positive akzessorische Zellen des Immunsystems wie dendritische Zellen, Makrophagen, Granulozyten und natürliche Killerzellen gebunden und aktiviert werden [42]. Die Vorstellung sieht dahingehend aus, dass durch die Bildung eines «Drei-Zell-Komplexes» eine Interaktion zwischen T-Lymphozyten und akzessorischen Zellen gefördert wird, wodurch es zu einer effektiven Aktivierung der gebundenen T-Lymphozyten kommt [43]. Dies führt zu einer effektiven Zerstörung der Tumorzellen, wobei freigesetzte Zytokine die Induktion von Tumorzell-Lyse und -Apoptose bewirkt. Nach anschließender Phagozytose durch akzessorische Zellen (Makrophagen und Dendriten) wird über die Prozessierung von Tumorantigenen und anschließender Presentätion eine polyklonale humorale und zelluläre Immunreaktion induziert.

Fig. 2

Wirkmechanismus des bispezifisch-trifunktionalen Antikörpers Catumaxomab. Der Antikörper bindet mit seinen variablen Anteilen das epitheliale tumorspezifische Antigen EpCAM sowie das T-Lymphozyten- spezifische Antigen CD3. Über FCγ-Rezeptoren werden zusätzlich akzessorische Zellen des Immunsystems aktiviert. Dadurch kommt es zur Aktivierung einer komplexen Immunreaktion gegen die Antikörper-gebundenen Tumorzellen.

Fig. 2

Wirkmechanismus des bispezifisch-trifunktionalen Antikörpers Catumaxomab. Der Antikörper bindet mit seinen variablen Anteilen das epitheliale tumorspezifische Antigen EpCAM sowie das T-Lymphozyten- spezifische Antigen CD3. Über FCγ-Rezeptoren werden zusätzlich akzessorische Zellen des Immunsystems aktiviert. Dadurch kommt es zur Aktivierung einer komplexen Immunreaktion gegen die Antikörper-gebundenen Tumorzellen.

Close modal

Da die physiologischen Zellen des Peritoneums mesenchymalen Ursprungs sind und damit das EpCAM-Antigen nicht exprimieren, können Tumorzellen in der Peritonealhöhle über ihre EpCAM-Expression im Kompartment der Peritonealhöhle spezifisch erkannt und therapeutisch adressiert werden. Dadurch wird eine zielgerichtete Therapie gegen Tumorzellen im Sinne einer «Targeted Therapy» erreicht.

Die klinische Anwendung von Catumaxomab kann über sonographisch gesteuerte bzw. interventionell eingebrachte Peritonealkatheter oder über intraperitoneale Portsysteme erfolgen. Über diese kann Aszites auch effektiv drainiert werden. Die gesamte Therapie erfolgt innerhalb von 10-14 Tagen durch insgesamt vier intraperitoneale Applikationen mit einer Dauer von jeweils 6 h. Aktuelle Studien zeigen, dass Catumaxumab auch über 3 h problemlos appliziert werden kann. Das Nebenwirkungsprofil der Therapie ist bestimmt von immunologischen Phänomenen wie Fieber, Schuttelfrost und Hypotonie sowie peritonealen Reizerscheinungen (abdominelle Schmerzen, Übelkeit). Die Nebenwirkungen sind zum Teil zwar erheblich, aber passager, und durch eine Prämedikation mit Antiphlogistika und Schmerzmitteln in der Regel gut zu kontrollieren. Eine intensivmedizinische Überwachung ist nicht notwendig.

In mehreren Phase- I/II- Studien konnte gezeigt werden, dass die intraperitoneale Catumaxomab-Therapie zu einer effektiven Zerstörung von Tumorzellen in vivo führt und gleichzeitig die erneute Ansammlung von malignem Aszites effektiv verhindern kann [44]. Daran anschließend wurde der therapeutische Effekt in einer randomisierten und kontrollierten Phase-II/III-Studie bestätigt. Patienten mit Aszites infolge von epithelialen Tumoren wurden 2:1 in einen Arm randomisiert, der intraperitoneal mit Catumaxomab behandelt wurde, und mit einem Arm verglichen, in dem eine alleinige Parazentese durchgeführt wurde. Bei allen Patienten zeigte sich - unabhängig von der malignen Grunderkrankung - eine signifikante Verlängerung des primären Endpunkts «punktionsfreies Überleben» von 52 Tagen (Ovarkarzinom) bzw. 37 Tagen (Nicht-Ovarkarzinom) im Vergleich zur alleinigen Parazentese mit 11 bzw. 14 Tagen. In der Subgruppe der Patienten mit Magenkarzinom konnte darüber hinaus eine Überlebensverlängerung beobachtet werden [45]. Die Behandlung kann innerhalb von 2 Wochen durchgeführt werden und stellt damit eine neuartige und effektive Behandlungsoption dar, die sich modular mit der systemischen Chemotherapie kombinieren lässt. Die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch malignen Aszites kann mit der intraperitonealen Gabe von Catumaxomab günstig beeinflusst werden [46].

Die praktische Vorgehensweise bei der Catumaxumab-Therapie ist wie folgt:

- Zugang intraperitoneal über Punktion am «linken» McBurney-Punkt unter sonographischer Kontrolle.

- Legen eines intraperitonealen Katheters; Spezialsysteme sind verfügbar.

- Der Aszites wird möglichst vollständig abgelassen.

- Infusion von Catumaxomab über 3-6 h mittels Infusionspumpensystem. Dosierung: 10 µg an Tag 0, 20 µg an Tag 3, 50 µg an Tag 7, 150 µg an Tag 10.

- «Roll-Empfehlung» alle 15 min (Seite rechts - Rücken - Seite links) während der ersten Stunde zur besseren Verteilung von Catumaxomab.

- Insgesamt vier Infusionen.

- Intervall von mindestens 2 Tagen zwischen den Infusionen.

- Prämedikation zur Abschwächung Zytokin-Release-verursachter Symptome (Fieber, Schuttelfrost, Übelkeit, Hypotonie) mit 1000 mg Paracetamol 30 min vor jeder Infusion.

- Steroide nur nach Bedarf!

Auch bei Patienten mit Peritonealkarzinose ohne malignen Aszites wird Catumaxumab untersucht. Aus einem Vergleich mit alleiniger systemischer Chemotherapie ergaben sich Hinweise auf eine Verlangerung des Überlebens [47]. Besondere Chancen werden Catumaxomab in der perioperativen Therapie von Magenkarzinomen eingeräumt [48]. Aktuell wird Catumaxomab in einer randomisierten Studie der AIO (AIO-ST0-0110) zur Behandlung der limitierten Peritonealkarzinose bei neu diagnostiziertem Magenkarzinom untersucht (www.aio-portal.de/index.php/studien-183.html).

Die effektive Behandlung der Peritonealkarzinose erfordert eine interdisziplinäre Abstimmung der möglichen Therapiealternativen. Grundsätzlich erweist sich eine Peritonealkarzinose von epithelialen Tumoren als sensitiv gegenüber einer systemischen Chemotherapie. Anti-angiogene Therapien und die intraperitoneale Immuntherapie mit dem anti-EpCAM/anti-CD3-Antikörper Catumaxomab erwiesen sich als wirksam zur Behandlung von Peritonealkarzinose mit oder ohne malignen Aszites. Die Kombination dieser Verfahren mit chirurgischen Maßnahmen ist zum Teil noch mit wenig Evidenz belegt und erfordert von daher die Expertise von Zentren, die viele Patientinnen und Patienten mit Peritonealkarzinose betreuen und Schwerpunkte in deren interdisziplinärer Betreuung setzen.

Die Autoren erklären keinen Interessenkonflikt.

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