Die Idee, das therapiebedingte Trauma zu minimalisieren, hat eine lange Tradition. Nach dem bahnbrechenden Erfolg der laparoskopischen Chirurgie, die Anfang der 1990er Jahre flächendeckend in den Industriestaaten Einzug gehalten hat, werden seit 2004 Industrie, Fach- und Massenmedien und zahlreiche Viszeralmediziner von dem Gedanken inspiriert, diesen Prozess der Zugangsminimalisierung dadurch fortzusetzen, dass die natürlichen Körperöffnungen als Zugangsweg für intraabdominelle Eingriffe genutzt werden können. Dies ist der Ursprungsgedanke der ‘natural orifice transendolumenal surgery’ (NOTES), wie er von Anthony Kalloo erstmals im Jahr 2000 formuliert und seit 2004 in einer eruptiven Welle von Publikationen dargestellt wurde. Auch wenn der Begriff korrekt ausdrückt, dass es sich seiner Natur nach um ‘Chirurgie’ handelt, war zunächst die Faszination unter Gastroenterologen, besonders unter interventionell tätigen Endoskopikern, besonders groß. Sie haben den überwiegenden Teil der experimentellen Arbeiten geleistet, die zwischen 2004 und 2007 publiziert wurden. In den vergangenen 2 Jahren wurden jedoch zahlreiche Aktivitäten zur Minimalisierung des Zugangstraumas in der laparoskopischen Chirurgie unternommen. Dazu zählen sowohl alle Bemühungen um die Reduktion des Durchmessers und der Anzahl der verwendeten Trokare als auch die Nutzung der Vagina als Zugangsweg. Insbesondere die ‘Single-incision’-Laparoskopie hat Modifikationen des Instrumentariums nach sich gezogen und erfordert auch eine Umgewöhnung der Operateure. Dennoch bleiben diese Eingriffe ihrer gesamten Charakteristik nach typisch chirurgische Operationen. Ob man diese Entwicklung seitens der ‘flexiblen Endoskopiker’ als Enttäuschung erlebt oder nicht, hängt zunächst von der eigenen Erwartungshaltung ab. Nimmt man jedoch einen langfristigen Zeithorizont in den Blick, so wird eine weitere Fortsetzung des Jahrhunderttrends zur Minimalisierung der Medizin und damit auch zur ‘Endoskopisierung’ operativer Eingriffe sehr wahrscheinlich.

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