Zwangsstörungen haben häufig einen chronischen Verlauf. Die Behandlungserfolge multimodaler Verhaltenstherapie sind geringer als bei den meisten Angststörungen. Dies gilt auch für die Pharmakotherapie, deren Effekte darüber hinaus bei über 70% der Betroffenen nach Absetzen rasch wieder abklingen. Im Gegensatz zu vielen anderen, chronisch verlaufenden psychischen und körperlichen Erkrankungen gibt es für Patienten mit Zwangsstörungen bisher kaum über längere Zeit funktionsfähige Selbsthilfegruppen. Neben der Krankheitssymptomatik sind vor allem die bei über der Hälfte dieser Patienten vorhegenden frühen sozialen Defizite und die aus deren Pseudo-Kompensation (z. B. latente Aggressivität) resultierenden Kommunikationsstörungen dafür als ursächlich anzusehen. Für uns ergab sich daraus die Frage, ob Selbsthilfegruppen für Zwangskranke durch ein initiales verhaltenstherapeutisches Expertentraining funktionsfähiger gemacht werden können. Diese Studie untersucht an 45 Patienten, die in 8 Gruppen (ie 5-8 Teilnehmer) aufgeteilt wurden, die Möglichkeiten und Grenzen systematischer, verhaltenstherapeutischer Expertenanleitung über die ersten 10 Sitzungen (1×Woche) und die weitere Entwicklung der expertenlosen Gruppen. Die wesentlichen Zielsetzungen der Expertenanleitungen waren: «Unspezifische» (Verbesserung der Kommunikations- und Gruppenfähigkeit; Bewältigung von Problemen im Alltagsleben; Erhöhung der Genuβfähigkeit) und Symptom-«spezifische» (Informationen über Zwangsstörungen und deren Behandlungsmöglichkeiten; Selbstanalyse-Fähigkeit im Hinblick auf biographische und aktuelle Bedingungen und Funktionen der Krankheitssymptomatik; verhaltenstherapeutische Selbsthilfe für Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, u. a. mit Exposition). Datenanalysen zu den Ergebnissen erfolgten u. a. unter Berücksichtigung des Ausmaβes der Chronifizierung, der Vorbehandlungen und parallellaufender medikamentöser Behandlung. Empfehlungen für zukünftige Forschung werden abgeleitet.

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