Abstract
Die Erfassung von Therapeutenverhalten ist notwendig, um verläßliche Aussagen über Wirkfaktoren des Therapieerfolgs treffen zu können. In der vorliegenden Studie wurde das Therapeutenverhalten bei einer kognitiven, einer konfrontativen und einer kombinierten Therapie von Angstanfällen mit Vermeidungsverhalten untersucht. Zu diesem Zweck wurde ein Kategoriensystem entwickelt, das die inhaltlichen Unterschiede der Therapiebedingungen und den strukturellen Aufbau der Sitzungen abbildete. Bei 45 Patienten mit der Diagnose Paniksyndrom nach DSM-III-R wurden je drei Sitzungen vom Beginn, aus der Mitte und gegen Ende der Therapie untersucht. In einem Zeitraster von 30 s wurde das Therapeutenverhalten anhand von 18 Kategorien beurteilt. Die Ergebnisse zeigen, daß das Kategoriensystem ein geeignetes Meßinstrument zur Erfassung der Unterschiede im Therapeutenverhalten darstellt. Es läßt sich damit belegen, daß die Vorgaben der Therapiebedingungen weitgehend eingehalten wurden; es wurden aber auch geringfügige systematische Abweichungen von den vorgegebenen Therapierationalen festgestellt.