Abstract
Der derzeitige Stand und die zukünftigen Wege der Erforschung und der Klinik des Prostatacarcinoms waren Gesprächsthema eines kleinen Urologenkreises. Die wichtigsten Fragen, deren Beantwortung in sehr lebhafter Diskussion versucht wurde, waren folgende: Man sollte auch unter Bedachtnahme auf die besonderen Verhältnisse der «euro-päischen Situation» die Radikaloperation wieder aumehmen. Die einmütige Meinung, man könne mit der Hormontherapie – so zauberhaft die Erfolge auch sein können – nie eine Dauerheilung erreichen, gab der Diskussion um die Radikaloperation einen gewissen Ansporn. Die Kombination Hormontherapie-Operation sollte einen Fortschritt in Richtung Heilung bedeuten. Dabei kamen auch die biologischen Eigentümlichkeiten des Prostatacarcinoms zur Sprache. Ferner wurden die bekannten Methoden kritisch besprochen, die Frage der Kastration als Einleitung jeglicher Therapie, die Dosierung der Hormone, die groβen und immer gröβeren Dosen zur Einleitung der Behandlung und deren Zweckmäβigkeit. In direktem Anschluβ daran kam es zu einem interessanten Gespräch über die Kontrollen der Therapie durch den karyopyknotischen Index, die Phosphatasen, Hormonanalysen, Pigmentierungen und die Mammahyperplasie. Es wurden sehr gegensätzliche Meinungen geäuβert. Schlieβlich wurde über den Wert zusätzlicher Verfahren, wie die Cortisontherapie, der Hypophysenausschaltung, der Cytostatica und der Strahlentherapie kurz und zum Teil auch empfehlend referiert.