Bronchoscopy is an invasive procedure, and patient coughing during examination has been reported to cause patient distress. This study aimed to clarify the relationship between cough severity and diagnostic yield of endobronchial ultrasonography with guide sheath transbronchial biopsy (EBUS-GS-TBB). Data of patients who underwent bronchoscopy at Kyorin University Hospital between April 2019 and March 2022 were retrospectively evaluated. Bronchoscopists assessed the cough severity upon completion of the procedure using a four-point cough scale. Cough severity was included as a predictive factor along with those reportedly involved in bronchoscopic diagnosis, and their impact on diagnostic yield was evaluated. Predictors of cough severity were also examined. A total of 275 patients were enrolled in this study. In the multivariate analysis, the diagnostic group (n = 213) had significantly more ‹within› radial endobronchial ultrasound findings (odds ratio [OR] 5.900, p < 0.001), a lower cough score (cough score per point; OR 0.455, p < 0.001), and fewer bronchial generations to target lesion(s) (OR 0.686, p < 0.001) than the non-diagnostic group (n = 62). The predictive factors for severe cough include the absence of virtual bronchoscopic navigation (VBN) and prolonged examination time. Decreased cough severity was a positive predictive factor for successful EBUS-GS-TBB, which may be controlled using VBN and awareness of the procedural duration.

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Abstract aus Kobayashi F, Saraya T, Akizawa T, et al.: Impact of Cough Severity on the Diagnostic Yield of Endobronchial Ultrasonography Transbronchial Biopsy with Guide Sheath: A Retrospective Observational Study. J Clin Med. 2024 Jan 8;13(2):347.

Hintergrund

In den nächsten Jahren ist ein erheblicher Anstieg der radiologisch diagnostizierten Lungenherde zu erwarten. Grund hierfür ist der Einsatz der Computertomographie (CT) als Screeninginstrument. In die S3-Leitlinie Lungenkrebs [1] wurde u.a. folgendes Statement mit 1a-Evidenz aufgenommen: «Asymptomatische Risikopersonen für ein Lungenkarzinom profitieren von einem strukturierten Lungenkarzinom-Früherkennungsprogramm mittels jährlicher Low-dose-CT-Untersuchungen».

Die Risikopersonen sind bereits definiert, die Rahmenbedingungen werden derzeit festgelegt.

Methode

Die Bronchoskopie stellt die wichtigste Methode zur Diagnosesicherung eines Lungenkarzinoms dar [1]. Da die Zielregion oft nicht direkt einsehbar ist, erfolgt die Materialentnahme unter sonographischer (radialer endobronchialer Ultraschall, rEBUS) und radiologischer (Durchleuchtung) Steuerung der Instrumente.

Die Trefferquote ist dabei naturgemäß einer großen Schwankungsbreite unterworfen. Viele Kriterien wie z.B. Größe und Lage des Befundes, Struktur, Histologie oder das Vorhandensein eines zuführenden Bronchus («bronchus sign») beeinflussen zwar die Trefferquote, sind jedoch durch den Patienten vorgegeben und nicht veränderbar.

Studienergebnisse

In der Arbeit von Fumi Kobayashi et al. lag der Schwerpunkt darauf, wie die diagnostische Ausbeute («Sensitivität») durch Husten beeinflusst wird. Es wurden retrospektiv 275 Patienten, davon 199 maligne, 51 infektiöse und 25 inflammatorische Diagnosen, im Zeitraum April 2019 bis März 2022 ausgewertet. Die Bronchoskopie erfolgte stationär in Analgosedierung mit zusätzlicher Lokalanästhesie.

Bei 213/275 Patienten war die Histologie wegweisend, die Trefferquote lag damit bei 77,5%. Die Schwere des Hustens wurde von Score 1 – «kein Husten» (n = 106), 2 – «wenig Husten» (n = 124), 3 – «moderater Husten, Bronchoskop musste vorübergehend zurückgezogen werden» (n = 40) und 4 – «das Bronchoskop musste wegen des schweren Hustens vorübergehend aus der Trachea entfernt werden» (n = 5) eingeteilt. Mit zunehmendem Score nahm die Trefferquote ab: Score 1 – 84,9%, Score 2 – 74,2%, Score 3 – 72,5%, Score 4 – 40,0%.

Bei guter Hustenkontrolle konnten damit signifikant bessere Ergebnisse erzielt werden (p < 0,001). Prognostisch günstige Faktoren für eine gute Hustenkontrolle waren das Vorliegen einer virtuellen bronchoskopischen Navigation (VBN) und eine kurze Untersuchungszeit.

Fazit für die Praxis

Die hohe Anzahl der als Zufallsbefunde diagnostizierten Lungenherde stellt schon jetzt eine große Herausforderung im klinischen Alltag dar. Die histologische Abklärung ist trotz aller Fortschritte in der Bronchoskopie und in den bildgebenden Verfahren nicht banal. Bei der bronchoskopischen Biopsie liegt die Rate der wegweisenden Befunde weiterhin bei 70–90%, die Komplikationsrate wird mit 1–4% angegeben [1]. Zwar liegt die Trefferquote bei der CT-gesteuerten perkutanen Nadelaspiration höher, jedoch sind Komplikationsraten von 10–30% beschrieben [1]. Bei beiden Methoden ist als wesentliche Komplikation der Pneumothorax zu nennen.

Durch die Zunahme der therapeutischen Optionen beim Lungenkarzinom hat die histologische Abklärung einen noch höheren Stellenwert erlangt. Der Erfolg einer zielgerichteten bzw. Immuntherapie hängt maßgeblich vom Ergebnis der Immunhistologie und der Multigenanalyse ab. Eine suffiziente Materialgewinnung ist deshalb in vielen Fällen für den Therapieerfolg entscheidend.

Eine bessere Hustenkontrolle während der Bronchoskopie ermöglicht dabei nicht nur eine höhere Trefferquote, sondern verbessert auch den Patientenkomfort und damit die Akzeptanz für gegebenenfalls erforderliche Wiederholungsuntersuchungen.

Disclosure Statement

Es bestehen keine Interessenskonflikte in Bezug auf den vorliegenden Wissenstransfer.

1.
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF)
:
S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms
, Langversion 3.0, 2024, AWMF-Registernummer: 020-007OL. Verfügbar unter: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/lungenkarzinom (letzter Aufruf 02.05.2024).