Dupilumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der gegen die Alfa-Untereinheit des Interleukin (IL)-4-Rezeptors gerichtet ist und die Signalübertragung von IL-4 und IL-13, wichtiger Schlüsselzytokine vom Typ 2 in der Pathophysiologie der atopischen Dermatitis (AD), blockiert. Er verfügt über eine gute Wirksamkeit mit schnellem Ansprechen bei guter Sicherheit und wenigen Nebenwirkungen. Deleuran et al. wiesen in einer Arbeit die Langzeitsicherheit und -Wirksamkeit von Dupilumab nach. Ihren Angaben zufolge traten bei etwa 2 % der Patienten virale Infektionen der oberen Atemwege, Husten und Grippe auf.

Dupilumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der gegen die Alfa-Untereinheit des Interleukin (IL)-4-Rezeptors gerichtet ist und die Signalübertragung von IL-4 und IL-13, wichtiger Schlüsselzytokine vom Typ 2 in der Pathophysiologie der atopischen Dermatitis (AD), blockiert [1]. Er verfügt über eine gute Wirksamkeit mit schnellem Ansprechen bei guter Sicherheit und wenigen Nebenwirkungen [2-8]. Deleuran et al. wiesen in einer Arbeit [9] die Langzeitsicherheit und -Wirksamkeit von Dupilumab nach. Ihren Angaben zufolge traten bei etwa 2 % der Patienten virale Infektionen der oberen Atemwege, Husten und Grippe auf. Die European Task Force on Atopic Dermatitis vertrat in einer kürzlich erschienenen Arbeit [10] die Ansicht, dass Dupilumab nicht mit einem erhöhten Risiko für Virusinfektionen einhergeht und daher in einer Situation wie der Covid-19-Pandemie gegenüber der herkömmlichen systemischen immunsuppressiven Therapie möglicherweise zu bevorzugen ist. Allerdings wird dieser theoretische Vorteil nicht durch robuste klinische Daten gestützt, und sie empfahlen allen Ärzten, die Patienten mit atopischer Dermatitis behandeln, aufmerksam zu sein und sich auf dem Laufenden zu halten. Wir berichten über zwei AD-Patienten mit Covid-19-Infektion, die zur Behandlung ihrer schweren atopischen Dermatitis Dupilumab erhielten. Der erste Patient ist ein 40 Jahre alter Mann mit seit der frühen Kindheit bestehender atopischer Dermatitis. Aufgrund der Schwere der atopischen Dermatitis wurde im November 2019 eine subkutane Dupilumab-Injektionstherapie mit einer Initialdosis von 600 mg gefolgt von 300 mg alle zwei Wochen begonnen. In der Serumuntersuchung vor Behandlungsbeginn fanden sich hohe Spiegel von Immunglobulin (Ig) E (2.152 internationale Einheiten (IE)/Milliliter) und Laktatdehydrogenase (LDH 516 Einheiten/Liter). Der EASI (Eczema Area and Severity index)-Score lag bei 24 und der DLQI (Dermatology Life Quality Index)-Score bei 18. Nach einem Monat waren der EASI- und der DLQI-Score leicht zurückgegangen (5 bzw. 8), und bei den IgE- und LDH-Werten zeigte sich der gleiche Trend (1.776 IE/Milliliter bzw. 400 Einheiten/Liter). Im Verlauf des dritten Behandlungsmonats traten bei dem Patienten und seinem Vater Symptome einer Covid-19-Infektion auf. Der Patient entwickelte eine leichte Form, wohingegen sein Vater während der stationären Behandlung an einer interstitiellen Pneumonie verstarb. Der Infektiologe entschied, dass die Behandlung unseres Patienten mit Dupilumab fortgesetzt werden sollte und der Patient erhielt Paracetamol, wodurch ein normaler Verlauf ohne Komplikationen erreicht wurde.

Bei der zweiten Patientin handelt es sich um eine 56-jährige Frau mit seit der frühen Kindheit bestehender atopischer Dermatitis. Die Patientin wurde 2015 für 5 Monate mit Cyclosporin behandelt, ohne dass es zu einer Besserung kam; daher erhält sie seit 5 Jahren kontinuierlich Prednison. Im Oktober 2019 wurde sie wegen der atopischen Dermatitis, die trotz Prednison-Therapie persistierte, in unsere Ambulanz überwiesen. Im November 2019 wurde eine Behandlung mit Dupilumab begonnen. Die Serumuntersuchung bei Behandlungsbeginn ergab hohe IgE-Spiegel (560 IE/Milliliter) und einen normalen LDH-Wert. Der EASI-Score lag bei 28 und der DLQI-Score bei 18. Nach einem Monat waren der EASI- und der DLQI-Score leicht zurückgegangen (5 bzw. 8) und der IgE-Wert betrug 400 IE/Milliliter. Im Verlauf des vierten Behandlungsmonats traten bei der Patientin und ihrem Ehemann Symptome einer Covid-19-Infektion auf. Beide wurden stationär aufgenommen, und ihr Mann verstarb an einer interstitiellen Pneumonie. Zwar wurde bei unserer Patientin eine interstitielle Pneumonie diagnostiziert. In Absprache mit dem Infektiologen wurde jedoch entschieden, die Behandlung mit Dupilumab fortzusetzen und eine Therapie mit Darunavir/Cobicistat und Hydroxychloroquin zu beginnen. Darüber hinaus erfolgte eine antibiotische Abdeckung (mit Ceftriaxon). Die Patientin benötigte im weiteren Verlauf keine Sauerstofftherapie, da der Gasaustausch gut war. Nach 10 Tagen zeigte sich eine zunehmende Besserung des klinischen Bildes und der Entzündungsindizes, ohne dass es zu Komplikationen oder AD-Schüben kam. Wir berichten hier nur über zwei Fälle von Patienten, bei denen es unter der Behandlung einer schweren atopischen Dermatitis mit Dupilumab zu einer Covid-19-Infektion gekommen ist. In unserer dermatologischen Abteilung in Mailand, einer geografischen Region mit hoher Inzidenz von Covid-19-Infektionen, erfassten wir 245 Patienten, die mit Dupilumab behandelt wurden; von diesen entwickelten nur 2 (0,82 %) eine Covid-19-Infektion. Bei keinem der beiden Patienten kam es zu Komplikationen oder einem abnormen Verlauf der Infektion. Ausgehend von unseren Erfahrungen können wir daher bestätigen, dass Dupilumab auch bei schweren Infektionen eine wirksame und sichere Therapie für Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis ist.

Ferrucci S, Romagnuolo M, Angileri L, Berti E, Tavecchio S. Sicherheit von Dupilumab bei schwerer atopischer Dermatitis und Covid-19-Infektion: zwei Fallberichte J Eur Acad Dermatol Venereol. 2020 Jul;34(7):e303-e304. doi: 10.1111/jdv.16527. Epub: 8. Juni 2020. PMID: 32330323; PMCID: PMC7267596. (Übersetzung; Verfügbarkeit der Daten und Materialien, Beiträge der Autoren, Danksagungen, Finanzielle Unterstützungen, Ethikerklärungen, Abkürzungen und Publisher’s Note gekürzt), lizensiert unter CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de). Rechte und Berechtigungen

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