Die Früherkennung von Psoriasis-Arthritis (PsA) stellt in der klinischen Praxis nach wie vor eine Herausforderung dar. Für diesen Zweck sind Instrumente wie der GEPARD-Fragebogen (GErman Psoriasis ARthritis Diagnostic Questionnaire) entwickelt worden. Das Ziel dieser Studie war die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des GEPARD-Fragebogens in der Erkennung von PsA bei Psoriasis-Patienten nach rheumatologischer Evaluierung in der täglichen klinischen Praxis in Deutschland. Es handelte sich um eine multizentrische Studie, an der 59 dermatologische Einrichtungen (Universitätskliniken / Allgemeinkrankenhäuser / niedergelassene Praxen) teilnahmen; hier wurde der GEPARD-Fragebogen an die Patienten mit Psoriasis verteilt. Patienten mit einem Summenscore von ≥4 positiven Antworten wurden zur Untersuchung auf PsA an einen Rheumatologen überwiesen. Wir rekrutierten 1512 Patienten, von denen rund 50% überwiesen wurden. Bei einem Drittel der überwiesenen Patienten wurde nach der rheumatologischen Evaluation PsA festgestellt. Dabei war die PsA-Rate in den Universitäts- und Allgemeinkrankenhäusern höher als in den niedergelassenen Arztpraxen (43,7 vs 25,8%). Der GEPARD- Fragebogen erwies sich als Instrument zum einfachen PsA-Screening von Psoriasis-Patienten.

Hintergrund

Etwa 10-30% der Patienten mit Psoriasis vulgaris leiden unter entzündlichen Gelenkbeschwerden; die frühe Diagnostik dieser arthritischen Erkrankungen ist entscheidend, da irreversible strukturelle Schäden am Gelenk bereits innerhalb der ersten beiden Jahre nach Manifestation auftreten. Daher ist das frühe Screening von Patienten mit Psoriasis vulgaris auf eine Gelenkbeteiligung wichtig.

Studienergebnisse

Der Fragebogen GEPARD (GErman Psoriasis ARthritis Diagnostic Questionnaire) ist entwickelt worden, um als Pre-Screening-Instrument in der therapeutischen Praxis eingesetzt zu werden. Zunächst in einer universitären Studie auf die Kernelemente Sensitivität und Spezifität geprüft, hat sich der Fragebogen mit 11 Items als zuverlässig erwiesen (89% Sensitivität und 69% Spezifität); in einem zweiten Schritt sollte der Fragebogen auf seine Anwendbarkeit in der klinischen Praxis in der alltäglichen Routine geprüft werden. In einer Studie mit ausreichend großer Patientenzahl konnte gezeigt werden, dass der ins Deutsche übersetzte Fragebogen ein geeignetes Screening-Instrument ist, um unter den Psoriasis-Patienten Risikofälle für Psoriasis-Arthritis (PsA) zu identifizieren.

Fazit für die Praxis

Ein standardisiertes Erhebungsverfahren mithilfe eines Fragebogens ermöglicht es auch im klinischen Alltag, in dem oft wenig Zeit für den einzelnen Patienten bleibt, alle relevanten Fragen zu stellen, um ein Risiko zu identifizieren und es in einem zweiten Schritt diagnostisch weiter zu verifizieren. Zudem wird die Sicht des Patienten berücksichtig. Der Fragebogen ist kurz und einfach anzuwenden; er ersetzt keine rheumatologische Befundung, kann aber sinnvoll als Pre-Screening-Instrument eingesetzt werden.

Disclosure Statement

Hiermit erkläre ich, dass keine Interessenskonflikte in Bezug auf den vorliegenden Kommentar bestehen.

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