Objective: The long-term results of saphenofemoral ligation and stripping (SFL/S) were compared with 980-nm bare fiber endovenous laser ablation (EVLA) for the treatment of great saphenous vein (GSV) incompetence. Methods: This was a single-center, randomized, controlled trial with a follow-up time of 10 years. Patients with GSV incompetence were randomized to undergo SFL/S or EVLA under tumescent anesthesia. The primary outcome was recurrence of groin-related varicose veins seen on duplex ultrasound imaging and clinical examination. The secondary outcomes were (changes or improvement in) CEAP clinical class, venous symptoms, cosmetic results, quality of life, reinterventions, and complications. Results: Between June 2007 and December 2008, 122 patients (130 limbs) were included; of these, 68 limbs were treated with SFL/S and 62 limbs with EVLA. The 10-year estimated freedom from groin recurrence as seen on duplex ultrasound imaging was higher in the SFL/S group (73% vs 44% in the EVLA group; P = .002), and the same trend was seen for clinically evident recurrence (77% vs 58%, respectively; P = .034). Nine reinterventions (17%) were deemed necessary in the SFL/S group vs 18 (36%) in the EVLA group (P = .059). All reinterventions in the SFL/S group consisted of foam sclerotherapy. Reinterventions in the EVLA group included foam sclerotherapy (n = 5), crossectomy (n = 2), and endovenous procedures (n = 11). There was no significant differences in quality of life and relief of venous symptoms. Cosmetic appearance improved, with a better cosmetic rating in the SFL/S group compared with the EVLA group (P = .026). One patient in the SFL/S group had a persisting neurosensory deficit remaining at 10 years. Conclusions: This study showed no clear long-term advantage of EVLA with a 980-nm wavelength and bare-tip fiber over high ligation and stripping of the GSV under local tumescent anesthesia.

Abstract aus Eggen CAM, Alozai T, Pronk P, Mooij MC, Gaastra MTW, Ünlü Ç, Schreve MA, van Vlijmen CJ. Ten-year follow-up of a randomized controlled trial comparing saphenofemoral ligation and stripping of the great saphenous vein with endovenous laser ablation (980 nm) using local tumescent anesthesia. J Vasc Surg Venous Lymphat Disord. 2022 May;10(3):646-653.e1.

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Hintergrund

In den letzten 2 Jahrzehnten haben endovenöse Techniken einen zunehmenden Stellenwert als minimalinvasive Alternative zur klassischen Crossektomie und Stripping-Operation in der Behandlung der Saphenavenen bekommen. Die am meisten eingesetzten endovenösen Techniken sind die endovenöse Laserablation und die Radiofrequenzablation. Beide Methoden arbeiten mit dosierter Hitze, welche zu einer irreversiblen thermischen Destruktion der Venenwand führt. In Ihrer aktuellen Leitlinie von 2022 empfiehlt die European Society for Vascular Surgery die endovenösen thermischen Prozeduren als Therapie der ersten Wahl vor der offenen Chirurgie und der Schaumsklerosierung. Grund für diese Empfehlung ist der verbesserte Patientenkomfort, geringere Komplikationsraten, schnellere Erholung und eine gleiche oder bessere Lebensqualität nach der Behandlung. Allerdings wird auch in dieser Leitlinie die bestenfalls gleichwertige, wenn nicht sogar schlechtere Okklusions- und Rezidivrate im Vergleich zu Crossektomie und Stripping-Operationen hervorgehoben.

Ergebnisse der Studie

Erstmalig werden Vergleichsdaten über 10 Jahre zwischen einem endovenös thermischen Ablationsverfahren und der Crossektomie und Stripping-Operation publiziert. Für die endovenöse Laserablation wurde ein 980nm Laser und eine sogenannte Bare Fiber eingesetzt. Bei dieser Faser wird das Lasersignal nach vorne emittiert, nicht ringförmig wie bei den heute häufig eingesetzten Radialfasern. Die Rate der Patienten, die nach 10 Jahren kein Leistenrezidiv entwickelten, war in der Crossektomie und Stripping Gruppe mit 73% signifikant höher als in der Lasergruppe mit 44%, ähnlich waren die Zahlen auch bei den klinischen Rezidiven und bei den daraus resultierenden erforderlichen Re-Interventionen. Insgesamt waren die 10-Jahres-Daten zur Effektivität nach Laserablation schlechter als nach Crossektomie und Stripping-Operationen.

Fazit für die Praxis

Während die unmittelbaren Komplikationen nach endovenös thermischen Ablationen deutlich geringer als nach Crossektomie und Stripping-Operationen sind, sind die Rezidivraten nach den Laserablationen nach 10 Jahren höher als nach Crossektomie und Stripping. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass diese 10-Jahres-Studie mit einem Lasersystem mit einer relativ geringen Wellenlänge (980nm) durchgeführt wurde, die heute eher ungebräuchlich ist. Heute werden höhere Wellenlängen mit besseren Energieabsorptionen im Bereich der Venenwand eingesetzt (1470nm oder 1940nm). Ferner wurde diese Studie mit der heute ebenfalls eher ungebräuchlichen Bare Fiber durchgeführt, welche das Lasersignal nach vorne emittiert und dadurch eine kontrollierte Laser-Crossektomie unmöglich macht. Eine Laser-Crossektomie hingegen ist mit den modernen radial abstrahlenden Fasern technisch relativ unproblematisch durchführbar. Durch diese Modifikation erhofft man sich geringere Raten an Leistenrezidiven, da der häufigste Rezidiv-Weg über die V. saphena accessoria anterior mit dieser modifizierten Technik mit hoher Wahrscheinlichkeit vermieden werden kann. Diese Ansätze werden derzeit in Studien überprüft, deren Ergebnisse abzuwarten bleiben.

In Bezug auf dieses Manuskript gibt es keine Interessenskonflikte.