Hintergrund: Musiktherapie kann als rezeptives Angebot in der psychoonkologischen Behandlung von Krebspatienten eine wichtige Rolle spielen. Wichtige Zielsetzungen liegen in der Unterstützung der Entspannung sowie der Krankheitsverarbeitung. Diese Studie befasst sich mit der Evaluation eines rezeptiven Gruppenmusiktherapieangebotes, der Klangmeditation, in einer onkologischen Rehabilitationsklinik. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach dem Erleben der Patienten während der Klangmeditation. Patienten und Methoden: Es handelt sich um eine 1-Gruppen-Prä-Post-Studie, in der Patienten vor und nach vier Klangmeditationssitzungen innerhalb von 3 Wochen untersucht wurden. Ein selbst entwickelter bipolarer Stimmungsfragebogen wurde von den Patienten vor und nach jeder Sitzung ausgefüllt und mit einer ANOVA mit Messwiederholung analysiert. Die Lebensqualität wurde mit dem EORTC QLQ-C30 Fragebogen vor der 1. Sitzung und am Ende des gesamten Angebots erfasst. Das Gesamterleben wurde über ein schriftliches, strukturiertes Kurzinterview erfasst und mit der Inhaltsanalyse nach Mayring qualitativ ausgewertet. Ergebnisse: Es wurden die Daten von 105 Patienten ausgewertet. Der Stimmungsfragebogen zeigte über den Verlauf der Sitzungen signifikante Veränderungen hin zu einem Gefühl von mehr Ausgeglichenheit, geminderter Nervosität und geminderter Erschöpfung. Die Klangmeditation bewirkte bei 75,6% der Patienten positive Körpersensationen, wie z.B. Schwereempfindungen der Extremitäten oder ein Durchströmtwerden von Wärme. Schlussfolgerungen: Trotz der Vorläufigkeit der Ergebnisse einer Pilotstudie ergeben sich Hinweise darauf, dass sich die Klangmeditation von Anfang an positiv auf die Entspannungsfähigkeit auswirkt. In weiteren Studien sollte geklärt werden, wie die verschiedenen Wirkelemente der Klangmeditation zusammenspielen und ob Wirknachweise auch in einem kontrolliert randomisierten Design möglich sind.

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